Zeitenwende für die Innenstadt

Lösungen für unsere Gesellschaft von morgen

Unsere neue Sonderbeilage erscheint am 1.10.2021.

Die große Leserumfrage

Eine Vision für die Königsallee und den Gustaf-Gründgens-Platz in Düsseldorf 
In Shakespeares Zeilen: „All the world’s a stage, And all the men and women merely players; They have their exits and their entrances;“ (As You Like It, II.7.), liegt bereits angedeutet die Funktion und der Charme des neu gestalteten Gustaf-Gründgens-Platz – eine Piazza, ganz nach italienischem Vorbild, wo das Leben spielen könnte. Foto: Illustrationen aus der Studie ‚Retail in Transition – Verkaufswelten im Umbruch’ vom Architekturstudio caspar.

Ein Blick in eine mögliche Zukunft rund um den Gustaf-Gründgens-Platz in Düsseldorf

In Shakespeares Zeilen: „All the world’s a stage, And all the men and women merely players; They have their exits and their entrances;“ (As You Like It, II.7.), liegt bereits angedeutet die Funktion und der Charme des neu gestalteten Gustaf-Gründgens-Platz – eine Piazza, ganz nach italienischem Vorbild, wo das Leben spielen könnte.

Credit: Illustration aus der Studie ‚Retail in Transition – Verkaufswelten im Umbruch’ vom Architekturstudio caspar.

Neue Perspektiven für unserer Städte
zeigt die Studie ‚Retail in Transition’ vom Architekturstudio caspar.

Die hier illustrierten Zukunftsperspektiven verdeutlichen, wie sich urbane Qualitäten, Konsum und Kultur architektonisch und städteplanerisch erzeugen lassen könnten und den Menschen mit seinen modernen Bedürfnissen wieder in den Mittelpunkt stellt.

Der Architekt Caspar Schmitz-Morkramer, der das Rheinische Post Forum ‚Zeitenwende für die Innenstadt’ als Experte begleitet, inspiriert mit den Illustrationen beispielhaft, was zeitgemäß gestaltete Innen- und Außenräume für das Herz einer Stadt bewirken können.

Erstellt von der Forschungsabteilung caspar.esearch des Architekturstudios caspar., zeigt die Studie ‚Retail in Transition – Verkaufswelten im Umbruch’ wie smarte Convenience, neue Geschäftsmodelle, der demografische Wandel und die Coronapandemie das klassische Modell des stationären Einzelhandels ins Wanken gebracht haben und nach welchen neuen Inhalten, Qualitäten, Begegnungsflächen und Servicefunktionen ein Stadtbesuch inzwischen verlangt.

Die Studie ‚Retail in Transition – Verkaufswelten im Umbruch’ ist im JOVIS-Verlag erschienen.

Leserumfrage zu neuen Konzepten für das Herz unserer Stadt

Welche Innenstadt hätten Sie denn gerne?

Begeisterung mischt sich mit Bedenken: Die Innenstadt hat wieder geöffnet, doch sie zeigt sich anders als zuvor. Viele Geschäfte sind verschwunden, leergeräumte Flächen reißen Löcher in einst pulsierende Ladenzeilen. So manche wünschen sich die Normalität von vor Corona zurück. Aber mal ehrlich: Waren die Ketten in den Fußgängerzonen und Shoppingmalls wirklich das, wofür Sie Ihre Innenstadt liebgewonnen haben? Und selbst wenn sich alles wie zuvor präsentieren würde – passt das überhaupt noch zu unserem Multichannel-Konsumverhalten oder den Erlebnissen, die wir dort vorfinden möchten?

Stadtplaner wie Experten des Rheinische Post Forums Zeitenwende meinen, dass das Herz der Stadt (oder des Quartiers) für die Bürger längst viel mehr sein könnte als eine Einkaufsstraße. Dass Besorgungen zunehmend online bestellt werden und der Konsum vor Ort dagegen nach einer neuen Vielfalt, sozialem Austausch, angenehmer Aufenthaltsqualität, saisonaler Straßenkultur und generationsübergreifendem Miteinander verlangt. Dass die Innenstadt keineswegs abends die Bürgersteige hochklappen müsste, wenn sich Flächen für Läden, Wohnen, Arbeiten, Kultur, Grün und öffentlichen Raum stärker mischen und gegenseitig befruchten würden.

Weil diese Entwicklung, die durch die Corona-Pandemie noch beschleunigt wurde, alle Menschen betrifft – Bewohner der Stadt ebenso wie Besucher, Mitarbeiter von Unternehmen und Geschäften, deren Inhaber, Immobilienbesitzer und Projektentwickler, Gastronomen und Hoteliers und viele mehr – setzt das RP Forum das Thema auf die Tagesordnung der Podiumsveranstaltung „Zeitenwende für die Innenstadt – Lösungen für unsere Gesellschaft von morgen“. Unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Stephan Keller möchten wir Lösungen für unsere Gesellschaft von morgen skizzieren.

Am 24. Juni 2021 werden Experten über Themen wie die Gestaltung der Innenstadt und das Wohnen und Arbeiten der Zukunft, Smart und Green City und weitere Konzepte und Herausforderungen diskutieren. Über den Erfolg solcher Konzepte entscheiden am Ende nicht Experten, sondern Sie: mit Ihrer Besuchsfrequenz, Ihrem Einkaufsverhalten, Ihrer Freizeitgestaltung und der Wahl Ihres Wohn- und Arbeitsortes. Also möchten wir Sie fragen, wie Sie die Zeitenwende für die Innenstadt sehen.

Die ersten drei Fragen unserer Umfrage zielen auf das Zentrum: Was würde Ihrer Meinung nach das kommerzielle und kulturelle Herzstück eines innerstädtischen Quartiers attraktiv und zukunftsfähig machen?

Frage 1

Vergleich zum innerstädtischen Mix vor Corona: Welches Angebot würde mehr Leben in die Innenstadt bringen?

  • Gastronomie (27%, 766 Votes)
  • Markthalle (22%, 607 Votes)
  • Läden (16%, 449 Votes)
  • Wohnen (15%, 413 Votes)
  • Freizeit (14%, 399 Votes)
  • Bildung (4%, 115 Votes)
  • medizinische Versorgung (1%, 31 Votes)
  • Büro (0%, 8 Votes)

Gesamtstimmen: 1.469

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Frage 2

Wenn so vieles online von zuhause aus möglich ist – wofür würden Sie nach Corona primär noch in die Innenstadt kommen wollen?

  • für Kultur (28%, 795 Votes)
  • für Gastronomie (28%, 775 Votes)
  • zum Einkaufen (26%, 717 Votes)
  • zum Flanieren (17%, 481 Votes)
  • zum Arbeiten (1%, 36 Votes)

Gesamtstimmen: 1.468

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Frage 3

Um auch abends Anlaufpunkte zu haben: Welche Nutzung möchten Sie nach Ladenschluss zum Beispiel auf der Düsseldorfer Kö sehen?

  • Kunst & Musik Performances (29%, 956 Votes)
  • Gastronomie (28%, 930 Votes)
  • saisonale Festivals (28%, 918 Votes)
  • kleine Messen und Ausstellungen (9%, 303 Votes)
  • Sport & Freizeitangebote (5%, 161 Votes)

Gesamtstimmen: 1.480

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Wie wollen Sie gerne wohnen?

Ein extra Schlaglicht wollen wir (mit den Fragen 4 und 5) auf das Wohnen und Arbeiten in begehrten A-Lagen werfen.

Sind die hohen Preise nur noch Fassade und der Bürostandard dahinter längst old-fashion? Was würden Sie als Arbeitnehmer von einem innerstädtischen Büro erwarten, wenn Sie zwischen Homeoffice und Co-Working-Spaces die Wahl hätten? Dass sowohl das Bauen wie das Mieten in A-Lage teuer bleiben wird, ist ein Marktgesetz. Allerdings steigt der Handlungsbedarf, da die Politik nun gezielt den Wohnungsbau fördert und die Klimaziele mehr Verdichtung erfordern.

Auch das Anwachsen der Singlehaushalte verlangt ökologisch wie sozial nach Lösungen. Wären das die Einzimmer-Mikroappartments, die zusätzlich zum privaten Rückzug auf kleinster Fläche auch Zugang zu großzügigen Gemeinschaftsräumen zum gemeinsamen Kochen, geselligem Chillen oder kollektiven Arbeiten gewähren? In gewisser Weise entspricht die Abwechslung aus privaten Nischen und großzügigen Begegnungsflächen genau den urbanen Qualitäten – wie wir sie gerade auch in der „New-Work“-Bürowelt vorfinden.

Aber wie weit würden Sie mit diesen neuen Raumkonzepten mitgehen, und was wären Sie bereit dafür aufzugeben?

Frage 4

Wären Sie bereit, für eine Wohnung in der Innenstadt ...

  • Nichts davon. Ich wohne lieber im Umland als in der Innenstadt. (51%, 741 Votes)
  • auf das Auto zu verzichten? (33%, 488 Votes)
  • lieber auf Wohnfläche zu verzichten? (9%, 127 Votes)
  • rund 25 Prozent mehr (für Miete oder Eigentum) zu zahlen? (7%, 102 Votes)

Gesamtstimmen: 1.458

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Frage 5

Wenn Sie einen Anteil Homeoffice beibehalten könnten: Wofür kämen Sie dann ins innerstädtische Büro? (max. 2 Antworten)

  • um mit meinem Team intensiver zusammenzuarbeiten. (35%, 881 Votes)
  • um mich mit Kollegen angenehm auszutauschen. (34%, 854 Votes)
  • um Arbeitszeit mit Erledigungen zu verbinden. (14%, 342 Votes)
  • mich persönlich zieht gar nichts in ein Büro in der Innenstadt. (10%, 261 Votes)
  • um in Ruhe arbeiten zu können. (7%, 169 Votes)

Gesamtstimmen: 1.461

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Wie grün sollte die Stadt sein?

Digitalisierung, Klimaziele und der Wunsch nach Gesundheit und Natur werden unser Stadtbild verändern.

Digitalisierung, Klimaziele und der Wunsch nach Gesundheit und Natur werden unser Stadtbild verändern. Schon heute ist die Artenvielfalt in vielen Städten höher als auf stark bewirtschafteten Landstrichen. Zudem organisiert eine Smart City ihre Waren- wie Verkehrslogistik um individuelle Bedürfnisse über differenziertere Kanäle. In Zukunft soll alles binnen 15 Minuten erreichbar sein. Eine „Stadt der kurzen Wege“ benötigt eine Funktionsmischung in den Quartieren, smarte Schnittstellen für die dezentrale Versorgung, setzt auf Elektromobilität wie Muskelantrieb und fördert den Fahrradverkehr.

Innenstädte werden also smarter und grüner. Aber wie konkret sollte das aussehen? Auch in den letzten Fragen geht es um Ihre Prioritäten:

Frage 6

Angesichts der dichten Bebauung und dem hohen Anteil versiegelter Flächen: Welche Art von Grün bräuchte Düsseldorfs Innenstadt noch stärker? (1 Antwort)

  • mehr Bäume und begrünte Seitenstreifen als Promenade (ggf. statt Parkplätze). (37%, 523 Votes)
  • kleine Grünanlagen (Pocket Parks) und Innenhöfe als Spiel-, Fitness- oder Erholungsflächen. (36%, 512 Votes)
  • begrünte Fassaden und Dachlandschaften (wie das Ingenhoven-Tal am Kö-Bogen II). (16%, 226 Votes)
  • Nutzgärten (Urban Farming) auf Dächern, an Fassaden oder in Zwischenräumen. (11%, 162 Votes)

Gesamtstimmen: 1.423

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Frage 7

Angenommen, es gäbe eine autofreie Königsallee: Wofür sollte die heutige Fahrspur primär verwendet werden? (max. 2 Antworten)

  • für Grün-, Verweil- und Aufenthaltsflächen (samt Stadtmöblierung). (32%, 767 Votes)
  • als begrünte Promenade zum Flanieren. (20%, 474 Votes)
  • als Grünstreifen mit Radweg. (18%, 429 Votes)
  • für Lieferdienste und Radfahrer. (15%, 362 Votes)
  • für temporäre Event- und Aktionsflächen. (15%, 360 Votes)

Gesamtstimmen: 1.459

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Vielen Dank für Ihr Votum!

Ihre Antworten veröffentlichen wir im Rheinische Post Forum 2021: „Zeitenwende für die Innenstadt – Lösungsansätze für die Gesellschaft von morgen“ und stellen Ihre Ansichten den dort teilnehmenden Experten und Zuschauern vor